Welche Nikotinstärke passt zu meinem Gerät und Nutzungsverhalten?

Wer erstmals ein nikotinhaltiges Liquid verwendet, trifft häufig auf unterschiedliche Angaben wie 3 mg/ml, 6 mg/ml, 10 mg/ml oder 20 mg/ml. Welche Stärke als passend empfunden wird, lässt sich jedoch nicht allein aus dem bisherigen Zigarettenkonsum ableiten.

Entscheidend sind unter anderem das verwendete Gerät, dessen Leistung, die erzeugte Dampfmenge, die Zugtechnik und das individuelle Nutzungsverhalten.

Wichtiger Hinweis: Nikotin ist ein Stoff, der stark abhängig macht. Nikotinhaltige Produkte sind ausschließlich für Erwachsene bestimmt. Nichtraucher sollten keine nikotinhaltigen Produkte verwenden.

Was bedeutet die Angabe in mg/ml?

Die Angabe mg/ml beschreibt, wie viele Milligramm Nikotin in einem Milliliter Liquid enthalten sind.

Ein Liquid mit 10 mg/ml enthält beispielsweise 10 Milligramm Nikotin je Milliliter Flüssigkeit. Die tatsächlich aufgenommene Nikotinmenge lässt sich daraus jedoch nicht unmittelbar bestimmen. Sie hängt unter anderem davon ab,

  • welches Gerät verwendet wird,
  • mit welcher Leistung das Gerät arbeitet,
  • wie viel Liquid verdampft wird,
  • wie häufig und wie lange gezogen wird,
  • und wie tief der entstehende Dampf inhaliert wird.

Ein direkter Vergleich mit einer bestimmten Anzahl gerauchter Zigaretten ist deshalb nur sehr eingeschränkt möglich.

Welche Nikotinstärken sind üblich?

Im Handel sind je nach Produktart häufig folgende Konzentrationen erhältlich:

3 mg/ml

Diese Stärke wird vor allem bei Geräten verwendet, die vergleichsweise viel Dampf erzeugen. Durch den höheren Liquidverbrauch kann trotz einer niedrigeren Konzentration eine relevante Nikotinmenge aufgenommen werden.

6 mg/ml

Liquids mit 6 mg/ml werden häufig in Geräten mit mittlerer Leistung oder moderater Dampfentwicklung genutzt.

10 mg/ml

Diese Konzentration ist insbesondere bei Nikotinsalz-Liquids verbreitet. Sie wird häufig in kompakten Pod-Systemen und Geräten für das sogenannte MTL-Dampfen verwendet.

20 mg/ml

20 mg/ml ist die in Deutschland zulässige Höchstkonzentration für nikotinhaltige Liquids. Produkte dieser Stärke sind typischerweise für Geräte mit geringer Leistung und vergleichsweise kleiner Dampfmenge vorgesehen.

Der Unterschied zwischen MTL, RDL und DL

Bei der Auswahl eines Liquids spielt die Art des Geräts eine wichtige Rolle.

MTL – Mouth to Lung

Beim MTL-Dampfen wird der Dampf zunächst in den Mund und anschließend in die Lunge gezogen. Die Dampfmenge ist meist geringer. Kompakte Pod-Systeme arbeiten häufig nach diesem Prinzip.

RDL – Restricted Direct Lung

RDL liegt zwischen MTL und DL. Der Zug ist offener als beim klassischen MTL-Dampfen, die Dampfmenge bleibt jedoch meist moderat.

DL – Direct Lung

Beim DL-Dampfen wird der Dampf direkt in die Lunge gezogen. Entsprechende Geräte erzeugen häufig deutlich größere Dampfmengen und verbrauchen mehr Liquid. Deshalb werden in diesem Bereich üblicherweise niedrigere Nikotinkonzentrationen verwendet.

Warum Gerät und Nikotinstärke zusammenpassen müssen

Ein Liquid mit hoher Nikotinkonzentration ist nicht für jedes Gerät geeignet. Wird eine hohe Konzentration in einem leistungsstarken Gerät mit großer Dampfentwicklung verwendet, kann in kurzer Zeit eine vergleichsweise hohe Nikotinmenge aufgenommen werden.

Umgekehrt kann ein Liquid mit niedriger Konzentration in einem schwach arbeitenden Gerät als wenig intensiv empfunden werden.

Deshalb sollten stets die Hinweise des Geräte- und Liquidherstellers beachtet werden. Bei Unsicherheit empfiehlt sich eine Beratung im Fachhandel.

Nikotinsalz und klassisches Nikotin

Bei Liquids wird häufig zwischen klassischem Nikotin und Nikotinsalz unterschieden.

Nikotinsalz-Liquids werden überwiegend in niedrig leistungsstarken Pod-Systemen eingesetzt. Klassische nikotinhaltige Liquids sind dagegen in unterschiedlichen Konzentrationen erhältlich und werden je nach Stärke auch in leistungsstärkeren Geräten verwendet.

Die Bezeichnung „Nikotinsalz“ sagt für sich genommen jedoch nicht aus, welche Konzentration für eine bestimmte Person geeignet ist. Maßgeblich bleiben das Gerät, die Dampfmenge und das individuelle Nutzungsverhalten.

Mögliche Anzeichen einer zu hohen Nikotinaufnahme

Eine hohe Nikotinaufnahme kann unter anderem mit Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder Unwohlsein einhergehen.

Treten solche Beschwerden auf, sollte die Nutzung beendet werden. Bei stärkeren oder anhaltenden Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden.

Hinweise für eine vorsichtige Auswahl

Eine allgemeingültige Empfehlung für die „richtige“ Nikotinstärke gibt es nicht. Folgende Punkte können bei der Einordnung helfen:

  • Nur Liquids verwenden, die für das jeweilige Gerät vorgesehen sind.
  • Die Herstellerangaben zu Leistung, Widerstand und Nutzungsart beachten.
  • Leistungsstarke Geräte grundsätzlich nicht mit hoch konzentrierten Nikotinliquids betreiben.
  • Bei Unsicherheit eine niedrigere Konzentration wählen und sich fachkundig beraten lassen.
  • Nikotinhaltige Liquids sicher und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Liquids nicht verschlucken und Hautkontakt vermeiden.

Fazit

Die passende Nikotinstärke hängt nicht allein vom bisherigen Zigarettenkonsum ab. Eine wichtige Rolle spielen das Gerät, die erzeugte Dampfmenge, die Zugtechnik und die Nutzungshäufigkeit.

Pauschale Tabellen zur Umrechnung von Zigaretten in Liquidstärken können daher irreführend sein. Eine vorsichtige Auswahl anhand der technischen Geräteparameter und eine persönliche Beratung im Fachhandel sind die verlässlichere Orientierung.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Produkt- und Geräteinformation und ersetzt keine medizinische Beratung. Nikotin macht stark abhängig. Nikotinhaltige Produkte sind ausschließlich für Erwachsene bestimmt.

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